Presse & Archiv

 

Einige Presse-Artikel in Zusammenhang mit der Initiative N.O.

 

OTZ, 24.11.03, zur Aktion "Eine Welt. Ein Haus. Ein Menschenrecht":

 

 

OTZ, 6.10.03, zum Jugendforum:

 


OTZ, 10.10.03, zur Lesung Rock und Politik in der DDR:

Puhdys und Karat nicht typisch für Kultur vor 1989

Dr. Michael Rauhut beleuchtet in Neustadt Verhältnis von DDR-Rockmusik und Politik   Neustadt (OTZ/M.K.).

Die Bands "Karat" und "Puhdys", die erst vor kurzem in Neustadt zur Bitburger Rocknacht tausende Zuhörer begeistert hatten, stehen zwar für das Kapitel DDR-Rockmusik - typisch für eine Jugendkultur in der Zeit vor 1989 sind sie aber nicht. Dafür steht vielmehr eine große Anzahl anderer Musikerformationen, weiß Dr. Michael Rauhut, Musikwissenschaftler an der Humbold-Universität in Berlin. In die Geschichtsbücher sind diese unter dem Sammelbegriff "Die anderen Bands" eingegangen. Dahinter stecken Stilrichtungen wie Heavy Metal, Punk und Blues.

Als Gast der Landeszentrale für politische Bildung in Thüringen stellte Rauhut am Mittwoch im Trial in Neustadt sein bei der Landeszentrale erschienenes Buch "Schalmei und Lederjacke" vor. Das Werk ist zugleich eine Promotionsarbeit, in der Rauhut das Verhältnis von Rock und Politik in der DDR der 80er Jahre beleuchtet. Der Titel reflektiert den Austausch von Lederjacke durch den Sänger Udo Lindenberg auf der einen und dem damaligen Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker auf der anderen Seite, der eine Schalmei überreichte, nachdem Lindenberg ihn um einen Auftritt in der DDR gebeten hatte.

Rauhut erwies sich nicht nur als akribischer Wissenschaftler, der etwa 100 000 Seiten Archivmaterial durchgearbeitet hatte, sondern auch als ausgesprochener Musikfan mit Vorliebe für Blues. Sein Werk sieht er als Beitrag, politische "Koordinatoren" der jeweiligen Bands zu beleuchten. Dazu dienen ihm Gespräche mit Zeitzeugen und Zitate aus Archiven. Weniger gehe es um Biographien. Klar grenzt sich der Autor vom "medialen Recycling" des Ostens ab, wie es derzeit in vielen Fernsehkanälen erfolgt. Der große Erfolg des Filmes "Goodbye Lenin", so glaubt der gebürtige Lausitzer, habe dazu geführt, dass viele Gewinn und "Morgenluft" gewittert hätten.

Michael Rauhut schreibe für eine große Zielgruppe, deren Alltag Rockmusik war. Wenngleich dieser Alltag meist nur am Wochenende auf den Tanzsälen zu beobachten war. Musik war auch für Rauhut ein "extremes Ventil", mit einer Atmosphäre, "die es so heute nicht mehr gibt".

Bei den "Puhdys" hätte die vermeintliche Staatsnähe dazu geführt, dass sie nach 1990 von der Presse "kaputt geschrieben" worden seien und darauf vorübergehend verschwanden. Heute fehlen sie in keiner "Ostalgieshow". Verschwunden dagegen sind viele der damaligen Bands, weil auch deren Bedeutung und deren Bewegung verschwanden. Einige Musiker schlossen sich neuen, kommerziell erfolgreichen Bands an, darunter jene von Feeling B, die heute zu "Rammstein" gehört.

 

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